
Geschichte der Gemeinde
Der Ort Altdöbern wurde bekanntermaßen erstmals
1285 urkundlich erwähnt. Es war ein Streit zwischen dem Kloster Doberlug
und dem Pfarrer von Altdöbern, dessen Beilegung zur ersten urkundlichen
Nennung von Altdöbern führte.
Es ging um die neuerbaute Kirche von Dobristroh (heute Freienhufen). Der Bischof von Meißen als der zuständige Oberhirte musste den Streit schlichten. Er schickt seinem Kanonikus (beratendes Mitglied, das dem Bischof zur Seite stand) Johannes nach Calau. Am 13.11.1285 wird per Urkunde der Streit beigelegt.
Der Ort Dobir, heute Altdöbern ist seit Jahrhunderten ein kleiner Ort mit einer besonderen Bedeutung für die um den Ort existierenden Nachbardörfer. Mit dem Schloss und Park und der Mutterkirche (für 14 Orte) waren die Hauptmerkmale einer steten Entwicklung gesetzt.
Am 04.05.1712 wurde das Gut Altdöbern durch Kauf Eigentum vom sächsischen General Alexander
Dietrich von Eickstedt, welcher das Renaissance - Herrenhaus aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in den Jahren 1717 bis
etwa 1720 durch ein dreiflügeliges Barockschloss ersetzen ließ. Etwa zu dieser Zeit begann die Umgestaltung des
annähernd 62 Hektar großen, zum Schloss gehörenden Gartens unter der Regie des Gartenarchitekten Carl Eduard
Petzold.
1748 zeichnet Christian Conrad Franke den Plan "Altdöbern nebst Schloss und Garten".
1751 wurde das Gut Altdöbern durch Carl Heinrich von Heineken, Intendant des sächsischen Ministers Brühl übernommen.
In den Jahren 1749 bis 1755 wurde das Schloss Altdöbern zum Rokokoschloss umgebaut und der Garten im französischen Stil erweitert.
1755 beendete Gottfried Knöfflers die Arbeiten an den Plastiken im heute noch öffentlich zugänglichen Landschaftspark.
Von 1797 - 1880 wechselte das Gut Altdöbern mehrfach den Besitzer
Wie aus Publikationen hervorgeht, war Altdöbern in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein
'Ackerbürgerstädtchen ohne Stadtrecht', wozu auch 1782 die Einrichtung der Poststelle (die Postsäule auf dem
Marktplatz erinnert noch daran) und 1819 die Gründung eines privaten Schullehrer - Seminars wie auch die Aktivitäten,
begonnen mit dem Bau der Spritfabrik der Kaufmannsfamilie Riedel, maßgeblichen Anteil hatten.
Seit 1815 gehört Altdöbern nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Vorher war Altdöbern sächsich. In der Folgezeit wird die sorbische Sprache aus Kirche und Schule verdrängt.
Am 18.01.1880 kaufte Baron Heinrich von Witzleben Altdöbern
Der Gartenarchitekt Carl Eduard Petzold gestaltete 1881 den Barockgarten zum Landschaftspark um.
Von 1881 bis 1883 wurde das Schloss umgebaut. Zusätzlich zum bestehenden Schloss bekam das Gebäude
einen östlichen Flügel mit einem Turm. Auch der heute noch existierende Marstall wurde in dieser Zeit errichtet.
Im Jahre 1888 wurde durch Baron Heinrich von Witzleben veranlasst, ein Kreiskrankenhaus erbaut, das zwei Jahre später eröffnet wurde.
1892 wurde die zum Marstall gehörende Reithalle angebaut.
Am 18.07.1917 kaufte und nutzte der Berliner Tabak - Fabrikant Eugen Laib Garbaty das Rittergut Altdöbern mit Schloss, Park und mehreren umliegenden Ortschaften.
In den Jahren 1925 bis 1926 wurde der Landschaftspark mit verschiedenfarbigem Rhododendron bepflanzt, welcher dem Park heute noch seine Prägung gibt.
1938 kam es zur Zwangsversteigerung des Juden Garbaty durch die Nazionalsozialistische Regierung des Deutschen Reiches. Das Rittergut Altdöbern wurde an das Fürstenhaus Lippe - Detmold übergeben.
Die Jahre 1943 bis 1945 sahen das Schloss Altdöbern als Außenstelle der schwedischen Botschaft in Deutschland.
In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts bekam durch die Eröffnung des in der Nähe des Ortes
befindlichen Braunkohlentagebaues Greifenhain der Ort eine andere wirtschaftliche Bedeutung. Der größte Teil der
Bevölkerung arbeitete bis zu Beginn der neunziger Jahre im Bergbau.
Von 1946 bis 1974 nutzte die Caritas das Gebäude als Alten- und Kinderheim bevor es bis 1986 (angeblich)
leer stand. Der Zustand des Geb¨audes nahm immer mehr das Bild der Verwahrlosung und Nichtachtung von Historischem an.
DDR - Sozialismus und Adel passten nicht zusammen.
1986 wurde das Gebäude, wenn auch mit fragwürdigem Ziel, von der LDPD (Liberal Demokratische Partei (Ost-) Deutschlands) übernommen und kaum sichtbar saniert, wobei durch Dacharbeiten die in andersfarbigen Ziegeln gearbeitete schwedische Fahne endgültig von der Dachhaut entfernt wurde.
Seit dem Ende der SED-Diktatur mit der politischen Wende 1989 entwickelte sich Altdöbern zu einem farbenfrohen Ort, der sich immer mehr auf seine historischen Wurzeln besinnt. Die Schließung des damaligen Großtagebaus Greifenhain ging mit angestiegener Arbeitslosigkeit eines Teils der Bevökerung nicht spurlos an der Gemeinde und seinen umliegenden Ortschaften vorbei.
Die Flutung der in ortsnähe liegenden ehemaligen Tagebaue Greifenhain und Gräbendorf, der derzeit durch fleißige Unterstützung der Internationalen Jugendbauhütten Gartendenkmalpflege wieder restaurierte Landschaftspark, getragen von verschiedenen Stiftungen und Initiativen, sowie die Sanierung des Barockschlosses zeigt unserem Ort Potentiale und neue Perspektiven auf, die es im Zusammenwirken aller auszuschöpfen und zu verwirklichen gilt.

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